LichtKirche

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Weltausstellung Reformation

Wittenberger LichtKirchen-Team: Mit Eis und Coolness über das Festwochenende

EKHN/RahnLichtkirche im Wittenberger Sonnenglanz mit zwei ausgesprochen interessanten BesuchernLichtkirche im Wittenberger Sonnenglanz mit zwei ausgesprochen interessanten Besuchern

Das hessen-nassauer Team auf der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg hat das Festwochenende mit 120.000 Besuchern auf den Elbwiesen der Lutherstadt heil überstanden. Dabei halfen Eis, Coolness und Doppelschichten.

Bildergalerie

Ordentlich was los an der LichtKirche in Wittenberg "BlessU-2" wird in Wittenberg bestaunt Der Leiter der EKHN-Kirchenverwaltung Heinz Thomas Striegler zu Gast an der Wittenberger LichtKirche mit Sandra Matz. Kirchenpräsident Volker Jung beim Schlussgottesdienst des Kirchentags 2017  in Wittenberg Blick über Wittenberg mit Schloßkirche (links)

Wittenberg / Darmstadt, 28. Mai 2017. Am Ende war es dann doch nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Rund 120.000 Gäste hatten sich am Wochenende in Wittenberg zum Abschlussgottesdienst des Kirchentages eingefunden. Und das hessen-nassauische Team auf der Weltausstellung der Reformation an der LichtKirche hatte sich auf einen Besucheransturm gefasst gemacht. Der kam auch - allerdings nur am Samstag. Am Sonntag verirrten sich nach Abschluss des riesigen Festgottesdienstes nur wenige Besucher in den Schatten von historischer Schloss- und moderner LichtKirche. Ein teilweise stundenlanger Anmarsch bei fast 30 Grad hatte seinen Tribut gezollt. Fast alle Gäste der Feier hatten Nachmittag nur eines im Sinn: So schnell wie möglich nach Hause kommen.

 

Eisgekühlte Doppelschichten 

Am Samstag war das noch ganz anders. Die 15 Betreuerinnen und Betreuer der hessen-nassauischen Präsenz auf der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg waren auf Doppelschichten eingeschworen worden. Zwischendurch wurden sie mit Eis gekühlt. Denn: Der komplette Kirchentag in Berlin zog um. Er packte seine Koffer an der Spree und kam an die Elbe. In Wittenberg veröffentlichte Martin Luther vor 500 Jahren seine 95 Thesen, die die Reformation auslösten. Und so ackerten die ehrenamtlichen Helfer teilweise über zehn Stunden, rund um die Lichtkirche mit ihrem Segensparcours.

 

Alle Segenshände voll zu tun 

Die interaktive Installation "BlessU-2" hatte Samstag alle Segenshände voll zu tun. Sie musste mit einem Ventilator gekühlt werden. Am Sonntag legte sie wegen der Hitze, die ein oder andere elektronische Kunstpause ein. Das als "Segensroboter" bekannte Gerät spricht sieben Sprachen und sucht mit den Gästen biblische Segensworte aus. So kamen schon in den ersten sechs Tagen zum Beispiel über 500 deutschsprachige Segen, genau 38 englische und 92 hessische zusammen. Die gesammelten Kommentare zu dem Experiment  reichen von "Coolster Sache der Weltausstellung", über "Innovativ" und "diskussionswürdig" bis zu "Verarsche".  Wer seine Eindrücke zu „BlessU-2“, der LichtKirche oder dem Segensparcours beschreiben will, hat die Möglichkeit, das per gutem alten Zettelkasten oder gleich im Internetportal der LichtKirche zu tun: www.Lichtkirche.de/Segensroboter. Die Installation ist ein Experiment, mit Menschen über den Sinn des Segens ins Gespräch zu kommen sowie eine Debatte über das Thema Digitalisierung anzustoßen, die längst alle Lebensbereiche berührt. 

 

Selbst ist der Protestant 

Persönlich betreut werden die Gäste rund um die LichtKirche mit ihrem Segensparcours und bei „BlessU-2“ während der Ausstellungsmonate bis September von insgesamt 200 speziell geschulten ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern. Die sind inzwischen dazu übergegangen, zu den Mittags- und Abendandachten auch die Gäste spontan stärker einzubeziehen. So darf jetzt jeder, der will, an die Andacht selber Hand anlegen. Ab sofort ist das Läuten der drei Glocken zu den Feiern eine Sache der Besucher: Priestertum aller Gläubigen ganz ungewohnt handfest und konkret. 

 

Internet: www.lichtkirche.de
Hashtags: #Lichtkirche #Segenerleben #BlessU-2 #Reformationssommer

 

Hintergrund

LichtKirche

Seit 2009 bietet die LichtKirche bei Großveranstaltungen einen Raum für Gebet und Gottesdienst, Musik und vielfältige kulturelle Aktionen. Das 18 Tonnen schwere transportable Gotteshaus ist 13 Meter lang, 4,30 Meter breit und 8 Meter hoch. Der rund 50 Quadratmeter große Bau verfügt über einen nach außen gerichteten Altarbereich, der auch große Freiluftveranstaltungen zulässt. Die Kirche besteht aus einer besonderen Holzkonstruktion. Ihre Außenhaut ist komplett mit satinierten Plexiglasplatten verkleidet, die das Tageslicht durchscheinen lassen. Die Kirche kann zudem in verschiedenen Farben illuminiert werden und als Projektionsfläche für Videoinstallationen dienen. Das mobile Gotteshaus erhielt bereits den „Deutschen Lichtdesign-Preis“ in der Sparte Event und Messen, wurde mit der vom Bund Deutscher Architekten vergebenen „Joseph-Maria-Olbrich-Plakette für ausgezeichnete Architektur in Hessen“ prämiert und erhielt die vom Land Hessen und der Architekten- und Stadtplanerkammer ausgelobte „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Hessen 2011“ sowie den „Holzbaupreis Hessen 2011“. Entworfen wurde die mobile LichtKirche vom Darmstädter Architekturbüro raum-z-architekten. Das Lichtdesign entwickelte Moritz Herdt von moe lighting (Groß-Zimmern).

Segens-Parcours mit „BlessU-2“

Die Installation „BlessU-2“ ist Teil des Parcours zum Thema „Segen erleben - Moments of Blessing“, Das Angebot soll dazu beitragen, dass Menschen ihr theologisches Verständnis von Segen schärfen, die vielschichtige biblische Tradition des Segens wahrnehmen und dem geistlichen Geheimnis des Segens auf die Spur kommen. Dabei wirft das kommunikative Experiment weiterführende Fragen auf: Was geschieht beim Segnen? Welche Voraussetzungen braucht es für einen Segen? Dadurch werden bereits bekannte mediale Themen wie etwa „Wirkt ein Segen, der im Radio oder im Fernsehen  gesendet wird?“ auf die neuesten technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ausgeweitet. „BlessU-2“ selbst kommuniziert mit den Besucherinnen und Besuchern über ein Display – ähnlich wie bei einem Bankautomaten. So können die Gäste per Eingabe unter anderem wählen, ob und in welcher von sieben möglichen Sprache ihnen ein biblischer Segen zugesprochen wird oder in welcher Situation er ihnen eine Hilfe sein soll. Daraufhin sucht das Gerät einen Spruch aus und liest ihn vor. Es kann anschließend auch ganz klassisch auf Papier ausgedruckt mitgenommen werden. An der Installation stehen dabei jederzeit gesprächsbereite Mitarbeitende. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler Alexander Wiedekind-Klein, der als Ingenieur und leidenschaftlicher Roboterbauer beispielsweise für Bühnenproduktionen technische Installationen oder Spezialeffekte entwickelt. Zudem hat er „Robotest“, einen jährlichen Wettkampf für autonome Roboter, ins Leben gerufen und ist Begründer der Webseite „Roboterwelt.de“. Er lebt in Cochem an der Mosel.

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